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Sprachstrukturelles Arbeiten

Sprachstrukturelles Arbeiten - Fokus: Satzinterne Großschreibung

Als Fortsetzung des Workshops aus dem Frühjahr fand am 2. September 2019 eine weitere Veranstaltung für die Lehrkräfte aus den Projektschulen statt. An der Uni Osnabrück begrüßte Frau Prof. Noack die Teilnehmenden und führte sie in das Thema Groß- und Kleinschreibung ein.

Die Auswertungen der im Rahmen des Projekts erhobenen Daten zeigen bereits, dass selbst schwächere SuS durch gezielte Förderung Strukturen erlernen, die stärkere SuS noch nicht können. Auf Basis entsprechender Beispiele sowie der Auswertung der zum Schuljahresende 2018/19 erhobenen Schriftproben führte Frau Noack durch den Workshop, in dem sich Theoriephasen und praktische Übungseinheiten sinnvoll ergänzten. Inhaltlich ging es neben der Konstantschreibung um einen alternativen Ansatz zur Vermittlung der satzinternen Großschreibung.

Im Gegensatz zum traditionellen wortartbezogenen Ansatz, nach dem Wörter, die der Wortart „Nomen“ angehören, groß zu schreiben sind, wird die Großschreibung bei dem alternativen Ansatz über die Phrasenstruktur im Satz erklärt: Groß geschrieben wird der Kern eine Nominalgruppe.

Bei diesem Ansatz werden von Anfang an auch Substantivierungen erfasst – was in der traditionellen Didaktik zeitlich später durch eine Ausweitung der Regeln neu gelernt werden muss. Erfahrungsgemäß tun sich viele Schülerinnen und Schüler schwer damit, die Großschreibung auf andere Wortarten als Nomen zu übertragen. Methodisch lernen die Schülerinnen und Schüler mit der Erweiterungsprobe ein operationales Verfahren kennen, mit dem sie den Kern der Nominalgruppe entdecken können. Durch zeilenweises Hinzufügen eines Adjektivattributs wird das großzuschreibende Wort jeweils eine Stelle nach rechts gerückt:

der Baum
der große Baum
der große, grüne Baum
der große, grüne, schöne Baum

das Gelb
das helle Gelb
das helle leuchtende Gelb
usw.

Für die Umsetzung im schulischen Alltag erhielten die Lehrkräfte im Nachgang Materialien. Diese werden in den nächsten Wochen im Unterricht erprobt und die Erfahrungen aus der Praxis an die Projektleitung zurückgemeldet. Das Team der Universität wird auf Basis der Rückmeldungen die Materialien optimieren. So entsteht ein regen Austausch zwischen Theorie und Praxis mit dem Ziel, alle Schülerinnen und Schüler im Sinne des Projekts "wortreich - Sprachbildung für alle" bestmöglich zu fördern und zu fordern.