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Schriftspracherwerb in heterogenen Klassen

Schriftspracherwerb – Alternativen zu traditionellen Materialien

Am Dienstag, 19.03.2019, fand in der Grundschule Haste eine Fortbildung für Lehrkräfte der Projektschulen statt. Projektleiterin Frau Prof. Noack legte dabei den Fokus auf die für deutsche Wörter typischen Betonungs- und Silbenmuster.

Lesen und Schreiben zu lernen gelingt längst nicht allen Kindern gleichermaßen, ist aber eine der zentralen Voraussetzungen für den Bildungsprozess. Erfahrungen zeigen, dass traditionelle Materialien und Methoden einige Kinder überfordern, weil ihnen sprachliche Analysen abverlangt werden, die sie gar nicht leisten können. 

Die Aufmerksamkeit der anwesenden Lehrkräfte aus den vier Projektschulen weckte Frau Noack mit einer Einstiegsübung zu betonten/unbetonten Silben. Schnell wurde deutlich, dass die deutsche Sprache besondere Herausforderungen mit sich bringt. Herausforderungen, denen in vielen Unterrichtsmaterialien nicht genügend Rechnung getragen wird. Anhand von Beispielen zu typischen Betonungsmustern in deutschen Wörtern (Trochäus >> Zweisilber mit betonter erster und unbetonter zweiter Silbe: Ka-bel, Wa-gen, mö-gen) sensibilisierte Frau Noack die Teilnehmenden auch für typische „Fallstricke“, die sich in fast allen Fibellehrwerken finden. Viel zu oft würden Schülerinnen und Schüler in die Irre geführt, in dem der Anschein erweckt werde, deutsche Wörter seien lautgetreu („Schreib wie du sprichst!“).

Als Gast mit reichlich Praxiserfahrung war Frau Winkler anwesend. Die ehemalige Lehrerin hat an der von Frau Prof. Röber entwickelten sog. Häusermethode mitgearbeitet und diese im Unterricht erprobt. Zentrales Element dieser Methode ist ein systematischer Schriftspracherwerb über die o.a. typische Betonungs- und Silbenmuster. Frau Winkler bereicherte mit ihren Beispielen aus dem Schulalltag den Vortrag und einige Lehrkräfte dürften sich an Erlebnisse aus dem eigenen Unterricht erinnert fühlen.

Schließlich gab Frau Noack den Teilnehmenden erste Alternativen an die Hand, die im Unterricht einfach zu handhaben sind. Im Zentrum auch hier der „normale“ Aufbau deutscher Wörter, mit seinen typischen Betonungs- und Silbenmustern, sowie entsprechende Materialien und Übungsmöglichkeiten. Diese werden nun im Rahmen des Projekts „wortreich - Sprachbildung für alle!“ weiterentwickelt und in der Praxis erprobt. Dabei haben alle Beteiligten stets das Ziel vor Augen, alle Schülerinnen und Schüler nach ihren eigenen Bedürfnissen zu fordern und zu fördern, damit am Ende der Grundschulzeit der Übergang in Klasse fünf gelingt.