Mo., 15.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Vortrag

Prof. Dr. Lena Heine (Ruhr-Universität Bochum)
Mehrsprachigkeit, Bildungserfolg und Aufgabenformate mit dem Potenzial zur integrativen Sprachbildung 

Die Frage danach, wie Lehramtsstudierende und bereits praktizierende Lehrkräfte theoretisch solide und praxisrelevant auf die sprachlich heterogene Realität in der Schule vorbereitet werden können, beschäftigt seit einigen Jahren die angewandte Wissenschaft für die Lehrkräftebildung intensiv und hat zur Herausbildung eines noch jungen, aber bereits deutlich konturierten eigenständigen Fachgebietes geführt. Die übergreifende Thematik führt derzeit verschiedene Disziplinen wie die Sprach- und Sachfachdidaktiken, die Erziehungswissenschaft und die Migrationspädagogik in engen Austausch. Sie erfordert, traditionelle Fächergrenzen zu überschreiten.

In diesem Vortrag soll zunächst eine Orientierung hinsichtlich solcher Aspekte gegeben werden, die derzeit im Feld als besonders zentral erkannt worden sind. Dabei steht zum einen der Themenkomplex Mehrsprachigkeit im Zentrum mit der Frage, ob sie auf dem derzeitigen Forschungsstand als Ursache für mangelnden Schulerfolg betrachtet werden kann. Dieser Punkt wird uns zur Notwendigkeit der Differenzierung von sprachlichen Kompetenzdimensionen und unterschiedliche fachliche Bedarfe an Sprache führen. Anhand verschiedener praxisnaher Beispiele soll sodann illustriert werden, wie durch systematische Aufgabenplanung sprachbildende Momente in den Unterricht getragen werden können. 


Di., 16.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Workshop

Prof. Dr. Swantje Weinhold; Caroline Flothow (Leuphana Universität Lüneburg):
Textschreiben in heterogenen Grundschulklassen – Schreiben in Kontexten

»Wer schreibt, hat immer schon gelesen, Vorgelesenes gehört, Bilder gesehen. Dabei geht es nicht um Imitation, sondern um Adaption und Transformation.« (Dehn et. al. 2011: 8).

 

Im Zentrum des Workshops steht das Konzept Schreiben als kulturelle Tätigkeit (Dehn, Merklinger & Schüler 2011). Anhand von zahlreichen Beispielen möchten wir gemeinsam mit Ihnen Schreibanlässe für alle Kinder in der Grundschule erarbeiten und Ihnen anhand von Kindertexten zeigen, welche Wirkungen diese Art von Schreibanlässen haben können. Der Grundgedanke der Konzeption ist, dass Schreiben immer an Kontexte gebunden und implizites Lernen beim Textschreiben lernförderlich ist. Diese impliziten Lernmöglichkeiten können durch das Aufzeigen von komplexen Mustern, das Herausfordern zum Spiel mit inhaltlich anspruchsvollen Vorgaben und das Eröffnen vielfältiger mehrdeutiger Kontexte zum Schreiben und Lesen entstehen – auch und gerade für Kinder, die nicht in Umgebungen aufwachsen, in denen Schreiben und Lesen wichtig und willkommen sind. Die konkreten Merkmale dieser Zugänge zum Textschreiben und zu den Schreibprodukten der Kinder (vgl. Weinhold 2018) möchten wir vor dem Hintergrund ausgewählter Erkenntnisse der Schreibprozess- und Schreibentwicklungsforschung vorstellen.

Wir freuen uns auf einen interaktiven Workshop, in dem wir miteinander und voneinander lernen und aus dem Sie konkrete Gestaltungsmöglichkeiten für den Schulalltag mitnehmen können.


Dehn, Mechthild/ Merklinger, Daniela/ Schüler, Lis (2011): Texte und Kontexte. Schreiben als kulturelle Tätigkeit in der Grundschule. Klett/Kallmeyer.
Weinhold, Swantje (2018): Zugänge zu Lernerperspektiven auf das Textschreiben in der Grundschule. In: Bär, Christina / Uhl, Benjamin (Hrsg.): Texte schreiben in der Grundschule – Zugänge zu kindlichen Perspektiven.


Mi., 17.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Workshop

Barbara Voet Cornelli (Goethe-Universität Frankfurt):
Sprachdiagnostik – »... und wie läuft‘s mit der Sprache? Den Sprachstand von Kindern systematisch erfassen«

Eine zuverlässige Einschätzung der sprachlichen Fähigkeiten aller Schüler/innen gilt als unabdingbare Grundlage für die Unterrichtsplanung und die individuelle Förderung. In vielen Fällen reicht die Beobachtung im Unterricht jedoch nicht aus, um sich ein genaues Bild von den sprachlichen Fähigkeiten und den Förderbedarfen eines Kindes zu machen.

  • Welche Möglichkeiten gibt es, den Sprachstand von ein- und mehrsprachigen Schüler/innen in der Grundschule und am Übergang in die Sekundarstufe systematisch festzustellen?
  • Welche sprachlichen Bereiche sollten erfasst werden?
  • Welche Anforderungen sollte ein Verfahren erfüllen, um die Sprachkompetenz von Schüler/innen angemessen zu beurteilen?

Anhand aktueller Erkenntnisse über den Erst- und Zweitspracherwerb werden im Workshop diese Fragen u.a. am Beispiel des Verfahrens LiSe-DaZ (Schulz & Tracy, 2011) diskutiert.


Do., 18.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Workshop

Annika Umierski (Universität Bielefeld): Mit Sprache ist zu rechnen –  Zu den verschiedenen Rollen der Sprache im Mathematikunterricht der Grundschule

Die Sprache ist als ein bedeutender Bestandteil von Lernsituationen im Mathematikunterricht kaum mehr umstritten: Wer Mathematik lernen möchte, braucht viel Sprache. Wer Mathematik unterrichten möchte, braucht daher viele Ideen, wie man die Sprache im Mathematikunterricht fördern kann. In diesem Workshop möchte ich Sie herzlich einladen, dabei nicht nur auf die (womöglich vorhandenen) Schwierigkeiten mit der Sprache zu schauen, sondern das große Potenzial der Sprache für das Mathematiklernen zu nutzen.

Dazu werden wir eine prozessorientierte Sicht auf den Sprachgebrauch im Mathematikunterricht der Grundschule einnehmen und erarbeiten, welche verschiedenen Rollen die Sprache beim Lernen mathematischer Inhalte spielt. Neben dem Austausch von Ideen, kann die Sprache uns dabei helfen, die Aufmerksamkeit im Unterricht auf das mathematisch Relevante zu fokussieren oder eine andere Darstellung, wie den Rechenrahmen oder das Punktefeld, fachlich zu klären. Anknüpfend an aktuelle Erkenntnisse und Beispiele aus der Forschung, werden wir gemeinsam Möglichkeiten der sprachsensiblen Gestaltung von Mathematikunterricht erproben, reflektieren und diskutieren. Eines vorweg: egal in welcher Form, mit Sprache ist immer zu rechnen! Ich freue mich auf Sie und Ihre Ideen.


Fr., 19.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Workshop

Prof. Dr. Miriam Kuckuck (Bergische Universität Wuppertal): Sprache(n) und Übergänge – von der Alltagssprache zur Bildungssprache, von der Grundschule zur weiterführenden Schule am Beispiel des Sachunterrichts und Geographieunterrichts

Der Übergang von der Alltagssprache zur Bildungssprache sowie von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen sind zwei Herausforderungen für Kinder der Grundschule. Am Beispiel der Sprachbildung wollen wir im Workshop diesen beiden Übergängen nachgehen. Nach einem kurzen Input und der Arbeit an Bildungsmaterialien wollen wir gemeinsam erarbeiten, wie im Sachunterricht der 4. Klasse Unterrichtsmaterialien gestaltet werden können, um die Bildungssprache zu fördern und damit den Übergang am Beispiel vom Sachunterricht zum Geographieunterricht zu unterstützen.


Mo., 22.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Vortrag

Prof. Dr. Jan Erhorn (Universität Osnabrück):
Sprache im Sportunterricht. Ansprüche, Kontroversen, Untersuchungen und Möglichkeiten der praktischen Gestaltung

Die Frage nach dem Stellenwert von Sprache im Sportunterricht ist Gegenstand einer zum Teil emotional geführten Debatte um den Kern des Faches. Im Zuge der Querschnittsaufgabe von Schule, alltags- und bildungssprachliche Kompetenzen zu vermitteln, werden allerdings auch an den Sportunterricht Ansprüche eines sprachsensiblen Fachunterrichtes herangetragen. Im Vortrag wird daher zunächst den Fragen nachgegangen, welcher Stellenwert dem Medium der Sprache im Sportunterricht zukommen sollte und welche Ansprüche mit einer sprachsensiblen Gestaltung verbunden werden. Daran anschließend werden Untersuchungen zur Sprache im Sportunterricht vorgestellt, die auf eine gewisse Diskrepanz von Anspruch und Wirklichkeit hindeuten. Abschließend werden Möglichkeiten der praktischen Gestaltung eines sprachsensiblen Sportunterrichts vorgestellt und diskutiert. Die vorgestellten Prinzipien können auch im Sportverein oder anderen Sportsettings eingesetzt werden. Somit richtet sich das Angebot nicht nur an Sportlehrkräfte, sondern ebenso an Pädagoginnen und Pädagogen im Nachmittagsbereich sowie an Übungsleiterinnen und Übungsleiter.


Di., 23.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Workshop

Dr. Christoph Gantefort (Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache):
Mehrsprachiges Reziprokes Lesen

Im Workshop soll ein im Kontext eines Kölner BiSS-Verbundes entwickeltes Format vorgestellt werden, mit welchem Grundschülerinnen und -schüler sich Leseverstehen auf Basis ihres gesamten sprachlichen Repertoires aneignen. ›Mehrsprachiges Reziprokes Lesen‹ beruht dabei auf den Prinzipien des Translanguaging-Ansatzes, des kooperativen Lernens sowie der expliziten Vermittlung von Lesestrategien. Mit Materialien aus der Verbundarbeit und Videosequenzen aus dem Unterrichtsgeschehen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den vorliegenden Erfahrungen aus vier Jahren Projektarbeit vertraut gemacht und erhalten Impulse für die eigene pädagogische Praxis. Weiterhin werden ausgewählte Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung vorgestellt.


Mi., 24.03.2021 I 16:00 bis 18:00 Uhr
Workshop

Dr. Matthias Knopp (Universität zu Köln):
Sprachbildung in und mit Medien

Digitale Medien durchdringen Beruf und Freizeit, Bildungsinstitutionen sowie außer- und institutionelle Kommunikation weiterhin zunehmend. In der digitalisierten Gesellschaft werden in verstärktem Maße Prozesse digital gestaltet, was auch mit Blick auf Sprachbildung nicht ohne Folgen bleibt.

Immer stärker rückt die Frage in den Fokus, wie digitale Ressourcen sinnvoll innerhalb von Lehr- und Lernkontexten genutzt werden können. Das Sprachliche hat hier eine herausgehobene Funktion, da Handeln in und mit Medien zuvorderst auf der Verwendung sprachlicher Symbolsysteme beruht und digitale Medien für die Vermittlung und den Erwerb sprachlicher Bildung wichtiger werden. Schule und Unterricht müssen dem vermehrt Rechnung tragen. Digitale Medien können dabei sowohl Instrumente didaktischen Handelns als auch Lern- und Reflexionsgegenstand sein.

Auf beide Perspektiven wird im Workshop fokussiert. Die kurzen, systematisierenden theoretischen Ausführungen werden für die Analyse authentischer Beispiele herangezogen; exemplarisch wird zudem eine hochschuldidaktische Konzeption (in Zusammenarbeit mit einer Grundschule) vorgestellt.


Do., 25.03.2021 I ab 16:00 Uhr

Abschlussevent

Podiumsdiskussion


 

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