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"wortreich-Stunde" in der Erich Kästner-Schule in Bohmte

„Was wisst ihr über den Satz?“ – mit dieser Frage eröffnet Frau Noack die „wortreich“- Stunde in den vierten Klassen der Erich Kästner-Schule in Bohmte zum Thema „Verbergänzungen und Kasus“. Die Schülerinnen und Schüler der beiden Klassen wissen bereits sehr viel, denn prompt kommen Antworten wie „Jeder Satz hat Satzglieder“ oder „Das Wichtigste im Satz ist das Verb“. 

Als „Leuchtturm“ des Satzes – wie das Verb im wortreich-Projekt symbolisiert wird – bestimmt es seine „Mitspieler“ – die Verbergänzungen –, die wie vom jeweiligen Verb gefordert, im Akkusativ oder Dativ stehen, und strukturiert so den Satz. Vom Verb ausgehend lernen die Kinder systematisch die richtigen Verbergänzungen, um dann einen grammatikalisch richtigen Satz bilden zu können. Damit wird ein Zugang angeboten, der die immer noch gängige, aber nicht zielführende Frageprobe obsolet werden lässt; denn um diese stellen zu können, müsste der Kasus bereits bekannt sein – ein didaktischer Zirkelschluss!

Um dieses schwierige Thema der Verbergänzungen für die Schülerinnen und Schüler verständlich werden zu lassen, schlüpfen zwei freiwillige Kinder, ausstaffiert mit einer Kopfleuchte, zunächst selbst in die Rolle des „Leuchtturmwärters“. So wird schnell deutlich, dass sie diejenigen sind, die den Überblick behalten müssen und bestimmen, wer bei der darauffolgenden Satzbildung mitspielen darf: Die Leuchtturmwärter suchen sich nun weitere Kinder aus, die jeweils ein Schild mit einem Subjekt und ein Schild mit einer Verbergänzung im Akkusativ oder Dativ umgehängt haben und sich dann wie Schiffe um den Leuchtturmwächter positionieren.

Dabei merken alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam sehr schnell, wenn irgendetwas mit den Sätzen nicht stimmt, etwa wenn es plötzlich heißt: „Jasmin und Paula begrüßen dem Pinguin“ oder „Der Lehrer hilft den neuen Schüler“. Durch eigenes Ausprobieren gelingt es den Kindern, grammatikalisch richtige Sätze zu bilden, bei denen auch Quatschsätze wie „Paula und Jasmin begrüßen einen Brief“ erlaubt sind.

Nach diesem Einstieg arbeiten die Kinder, angeleitet von Frau Kröger, mit den konzipierten „wortreich“- Materialien weiter, um das Gelernte zu verfestigen und anzuwenden. Eine klare Farbgebung und die Symbolik des Verbes als „Leuchtturm“ und der Verbergänzungen als „Mitspieler“, die als „Schiffe“ um den Leuchtturm platziert sind, sollen dabei eine visuelle Stütze sein. In beiden Klassen klappt die Umsetzung der Übungsaufgaben so gut, dass die angebotenen Zusatzaufgaben von vielen Kindern bereits erledigt werden und dabei auch Fragen zu weiteren Sprachphänomenen gestellt und besprochen werden können.

Bildquelle zum Material: Material mit Genehmigung der SchoolCraft GmbH – www.worksheetcrafter.com